I’m walking … Part II

15 04 2010

Heute war der mit Abstand waermste Tag seitdem ich in Niagara on the Lake (NotL) bin, 21 Grad und T-Shirt Wetter :o) Sowohl Mandy als auch ich schaffen mittlerweile 4 Reihen am Tag, zwei am Morgen und zwei nach dem Lunch. Wir brauchen nicht einmal mehr eine Uhr, eine Reihe entspricht zwei Stunden, kurz vor Mittag kommt der Postbote und wenn der Schulbus vorbei faehrt ist es ziemlich genau halb drei. Nach der Arbeit wollte ich noch einkaufen gehen. Man haette mich gefahren, doch ich wollte keine Umstaende machen (typisch deutsch, das muss ich mir noch abgewoehnen) und ausserdem laufe ich seit neustem ja gerne … Country Tyme Vineyards liegt ziemlich am Ende von Line 3 und die Lines sind ganz am Ende durch eine Querstrasse miteinander verbunden (alles schoen rechteckig) soviel weiss ich ja mittlerweile. Und irgendwo die Querstrasse runter hatte ich vom Auto aus ein paar Geschaefte gesehen. Also habe ich meinen Rucksack geschnappt (den Kleinen) und bin los gelaufen. Man enttarnt sich schon allein dadurch als „Nicht Kanadier“, dass man laeuft … Da haelt schon einmal eine Granny im V8 Truck (zu deutsch: eine Omi im grossen Pickup) und fragt: „Honey you look tired – you need a ride?“ Sprich: „Schaetzchen du siehst muede aus, soll ich dich ein Stueck mitnehmen?“ Klasse – ich hatte gerade geduscht und war der Meinung ziemlich frisch auszusehen :o) Natuerlich habe ich noch kurz mit der Granny geplaudert und ihr erklaert, dass ich gerne laufe. (Ja, ist ja gut, ich gebe es zu … vermutlich waere ich eingestiegen wenn ein Holzfaeller im Karohemd und Dreitagebart am Steuer gesessen haette.)
Als ich in der „Stadt“ bei den Geschaeften angekommen bin (ungefaehr in der Hoehe von Line 1) war ich relativ irritiert. Was bei uns zuhause polnische Erntehelfer sind, sind in NotL Mexikaner und Jamaikaner (gute Kombi – ich sage nur Tequila und Dope). In, vor und um die Geschaefte herum wimmelte es nur so von Mexikanern und Jamaikanern, auf Fahrraedern, auf Ladepritschen, in Vans und in alten Trucks. Mittlerweile weiss ich, dass die Arbeiter hier donnerstags bezahlt werden und dann erst mal shoppen gehen. Heute ist Donnerstag … Die Supermaerkte hier ueberfordern mich ohnehin schon durch die unglaubliche Auswahl und Dinge, die ich noch nie gesehen habe und nicht kenne. Ich brauche so schon eine halbe Stunde um mich fuer ein Shampoo zu entschieden (obwohl ich eigentlich ein relativ schneller Einkaeufer bin), wenn dann auch noch alle zwei Sekunden ein Jamaikaner vorbeitigert „What’s uuuuup …?“ oder ein Mexikaner „Como estas …?“ Ich war laenger in Supermarkt als ich es beabsichtigt hatte (fuer Shampoo, Spuelung, Bodylotion und Kaugummis), denn als ich wieder heraus kam daemmerte es schon. Wenn dann auf dem Supermarktparkplatz die Schiebetuer eines Vans aufschwingt und 5 Jamaikaner heraus grinsen („You need a ride?“), dann laeuft man schon mal schneller, um im Haus zu sein bevor es ganz dunkel ist … (Keine Panik Mama, ich war zuhause bevor die Sonne am Horizont verschwunden war). Das naechste Mal nehme ich ein Fahrrad und gehe mittwochs einkaufen … :o)



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2 Antworten zu “I’m walking … Part II”

  • Elena sagt:

    Hättest du mal bei Banshafs nicht nur gekellnert, sondern auch mal im Wengert gearbeitet, so wie ich;-) Da sieht man mal, dass man bei solchen Aushilfsjobs etwas fürs Leben lernen kann!!!

  • Nadine K. sagt:

    Hi Elena,
    wie Recht du hast – ich habe in den letzten zwei Wochen viel gelernt :o) Vielleicht stehen wir irgendwann ja mal zusammen im Wengert! Lass es dir/euch gut gehen!
    Ganz viele liebe Gruesse,
    Nadine

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